Das Kochtheater

bringt Hübners zum Kochen ;-)

Moro’sche Möhrensuppe – tierisch wirkungsvoll

– Fotografiert von Peter –

Zugegeben, es ist ungewöhnlich, hier ein Rezept auch für Haustiere aufzunehmen. Doch es hilft extrem wirkungsvoll gegen Giardien (Giardia intestinalis). Die Moro’sche Möhrensuppe ist seit ca. 1908 zunächst ein altes, bewährtes Hausmittel gegen „Dünnpfiff“ für das Gedärm von Kindern und Erwachsenen. Dass es für unsere Hunde Nelly und später auch Luna eine Renaissance erfährt und schon Hundeleben rettete, werden die Vierbeiner uns vielleicht danken. Jedenfalls verschlingen beide diese kleine „Vorspeise“ und es wirkt zuverlässig. …

Das Prinzip des langen Kochvorganges ist, bestimmte Zuckermoleküle, die sog. Oligosaccharide in den Möhren zu erzeugen, die bei Darmproblemen den Darm auskleiden und helfen.

ZUTATEN:

  • 1 kg Karotten
  • TL Salz

 

ZUBEREITUNG:

(Kein Plastikgefäß für das Endprodukt, denn das verfärbt sich gelb!)

  • Karotten waschen, Enden abschneiden, in grobe Stücke schneiden
  • Mit Wasser in großem Topf aufgießen, einmal voll aufkochen lassen
  • Ab jetzt noch 90 Min. auf niedriger Stufe (3) vor sich hin köcheln lassen. Wasserstand zwischendurch kontrollieren / ergänzen.
  • Danach die Karotten abtropfen lassen und die Flüssigkeit auffangen
  • Karotten pürieren. Je feiner püriert wird – um so besser kommen die Oligosaccharide später an die Darmwand 😉
  • Das aufgefangene Kochwasser tlw. wieder zum Karottenpüree dazu geben, das kann manchmal fast die gesamte Flüssigkeit sein. Die Konsistenz der Suppe sollte wie dicke Buttermilch sein.
  • Ca. 1 Gramm Kochsalz dazugeben (1 Teelöffel), ggf. den Tierarzt fragen ob darauf verzichtet werden soll, wenn z.B. eine Nierenerkrankung vorliegt.
  • abkühlen lassen, bis es handwarm oder kälter ist.
  • Etwa 30 Minuten vor jeder Mahlzeit erhält der Hund ein Schälchen  (ca. 100 ml) Moro’sche Möhrensuppe. Um eine nachhaltige Wirkung zu erzielen, sollte man diese „Vorspeise“ über mehrere Wochen geben.
  • Wenn die Nahrungsaufnahme zögerlich erfolgt, kann man etwas angerührte Kraftbrühe unterziehen.
  • Kann in großen Mengen hergestellt und in Portionen z.B. in Muffinformen eingefroren werden.

 

Mit einem Kochtopf voll Möhren kann man zuhause einen Wirkstoff produzieren, der bei Darminfektionen in vielen Fällen dem industriellen Antibiotika überlegen ist. Es hat Jahrzehnte gedauert, bis man die Wirkung halbwegs verstanden hat: Durch das überlange Kochen der Rüben entsteht ein ganz spezielles Zuckermolekül, das an der Darmwand andockt und dadurch den gefährlichen Einzellern wie Giardien ihre exklusive Andockstelle blockiert. Damit verlieren diese Darmschmarotzer ihren Halt an der Darmwand. Sie gleiten ab. Zusammen mit dem Nahrungsbrei werden die nun haltlosen Schädlinge weiter transportiert und auf ganz normalen Weg ausgeschieden. Durch die Morosche Möhrensuppe reinigt sich der Darm von selbst.

Die Moro’sche Möhren- oder auch Moro’sche Karottensuppe wurde in der Humanmedizin im Bereich Kinderheilkunde entwickelt, ist aber leider fast in Vergessenheit geraten.
Erfinder ist der Heidelberger Professor und damalige Leiter der Kinderklinik, Prof. Dr. Ernst Moro um das Jahr 1908. Dadurch konnte die Kindersterblichkeit bei Durchfallerkrankungen – in der Zeit vor Antibiotika – erheblich reduziert werden. Die Biochemie der ‚Suppe‘ wurde wissenschaftlich erst sehr viel später verstanden.

Peter Hübner

 

 

 

 

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